Anbau

Das Gemüse stellt sehr hohe Ansprüche an die Lage des Gartens, vor allem aber an die Bodeneigenschaften. Für den Gemüseanbau sollte eine möglichst freie und sonnige Lage ausgewählt werden. Da dies jedoch nur im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten zu lösen ist, ist es notwendig, vor allem den Boden höchsten Forderungen anzupassen.  Das kann durchaus schrittweise und in Abschnitten geschehen, indem wir durch intensive Bearbeitung, durch Zutun von Kompost, Stalldung und andere organische Stoffe beitragen, einen lockeren, humushaltigen, warmen Boden mit hoher wasserhaltender Kraft zu schaffen. Steinen und Wurzelunkräuter sind systematisch zu entfernen.

Anbau

Anbau

Die Einteilung des Gartens und die Einordnung des Gemüseland es erforderlich einen gute Überlegung. Die Gemüsebeete sollen so weinig wie möglich durch benachbarte Gebäude, Bäume und Sträucher beschattet sein. So ist grundsätzlich notwendig, die Flächen mit Bäumen getrennt anzulegen, da von wenig Gemüsen Halbschatten vertragen wird. Es ist zweckmäßig, die Erdbeere, die Gewürzkräuter im Gemüsegarten und am Rande schon aus Gründen des Windschutzes die Beerensträucher unterbringen. Von Beginn an sollte weitgehend volle Nutzung des Zeitraum von Frühjahr bis Herbst vorgesehen werden, d. h., im Sommer geräumte Beete sind sofort wieder zu bestellen. Nach ihrer letzten Ernte im Jahr wird noch vor dem eigentlichen Winter umgegraben.

Als Erstes ist zu bedenken, was für Gemüsearten angebaut werden sollen. Man schafft sich also eine Art Übersicht, die von Jahr zu Jahr ergänzt wird, um festzustellen, welches Gemüse im Vorjahr auf einer bestimmtem Fläche gestanden hat. Das ist die bedeutsame Festlegung einer Fruchtfolge, die später in einem gesonderten Abschnitt noch behandelt wird. Am besten fertigt man sich dazu einen ganz einfachen Gartenplan an in dem hervorgeht wie und wo sie gepflanzt haben in denn Vorjahren.

Im Großen und Ganzen heißt das, das zuerst drei Felder vorgesehen werden.. Zum einen für Gemüse, die in der ersten Tracht stehen. Zum Zweiten für Gemüse, was in der zweiten Tracht steht. Und zu guter Letzt ein Feld für die ausdauernden Kulturen wie zum Beispiel Spargel und Rhabarber.

Als zweckmäßige Beetbreite hat sich 1,20m erwiesen und durchgesetzt. Wobei zwischen den Beeten 0,30m Weg  bleiben sollte. Schmalere Beete sind eine Verschwendung des wertvollen Landes. Breitere Beete hingegen erschweren die Bestellung sowie  der Pflege und Ernte.

Fruchtfolge

Die planvolle zeitliche Aufeinanderfolge und Wiederkehr von verschiedenen Kulturpflanzen auf gleicher Fläche bezeichnet man als Fruchtfolge.

Das Ziel der Fruchtfolgegestaltung besteht darin, über einen praktisch unbegrenzten Zeitraum von einer gegebenen Bodenfläche ständig hohe Erträge zu erzielen d. h., bei hoher. Ertragsleistung die Bodenfruchtbarkeit zumindest zu erhalten, nach Möglichkeit jedoch zu steigern.

Fruchtfolge

Fruchtfolge

Diese Feststellung mündet ein in das Bestreben wohl eines jeden Gartenfreundes, auf der zur Verfügung stehenden Gemüseanbaufläche höchste Erträge zu erzielen, um den eigenen Bedarf zu decken oder sogar darüber hinaus noch Mengen für die allgemeine Versorgung zur Verfügung zu stellen. Es soll auch erreicht werden, dass mehrere Male hintereinander im Jahr das Land bestellt wird und von Frühjahr bis Herbst keine Lücke in der Bewirtschaftung entsteht.

Eine intensive Bewirtschaftung mit dichter Aufeinanderfolge von Kulturen verlangt die Beachtung der Ansprüche an Boden und Düngung sowie an die Verträglichkeit der einzelnen Gemüsearten untereinander.

Für die wichtigsten Freilandgemüsearten ergeben sich durch den Vorfrucht- wert nachhaltige Wirkungen auf die Folgekultur. So besitzen z. B. Porree eine sehr Gute, Sellerie und Tomate und Gurke eine mäßige und Kohlgemüse eine geringe Vorfruchtwirkung.

Auch durch Schädlinge und Krankheiten wird das Aufeinanderfolgen verschiedener Gemüse bestimmt. So werden z. B. durch die Kohlhernie fast alle Pflanzen in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicacae) befallen. Älchen und Braunfäule schädigen neben der Kartoffel auch die Tomate usw. Allgemein gilt, dass Gemüse der deichen Art einer Pflanzenfamilie (verwandte) gehörende Arten nicht nacheinander angebaut werden sollen.  Würde man jahraus, jahrein an der- selben Stelle des Gartens die gleiche Art anbauen, so käme es zu einer sogenannten Bodenmüdigkeit. Wachstum und Ertrag lassen nach. Diese Bodenmüdigkeit bezieht sich allerdings nur auf die bestimmte Pflanzenart bzw. auch auf verwande Arten, denn andere Gemüse zum Beispiel zeigen wieder beste Erträge.

Man muss also die genannten Dinge berücksichtigen. Aber aus Gründen der Zweckmäßigkeit muss in erster Linie an die Versorgung mit Dünger gedacht werden. Einige Gemüsearten ziehen ganz erhebliche Vorteile im Wachstum und Ertrag aus einer organischen Düngung, während sich für andere daraus nicht so ein großer Nutzen ergibt. Sie benötigen diese Düngung nicht so zwingend. Daraus lassen sich zwei Gruppen ableiten.

Gemüsearten, die nach organischer Düngung angebaut werden. Diese Gemüseart steht damit in der ersten Tracht. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Weißkohl
  • Rotkohl
  • Wirsingkohl
  • Rosenkohl
  • Brokkoli
  • Chinakohl

Zu denn Gemüsearten, die diesen Kulturen folgen und in der zweiten Tracht stehen gehören unter anderem:

  • Kohlrabi
  • Grünkohl
  • Spinat
  • Salat
  • Tomate

Bodenbearbeitung im Frühjahr

Einige Gemüse überwintern ganz, andere hingegen nur über einen Teil des Winters. So werden die Beete mit Schwarzwurzel oder Porree zum Beispiel erst im Frühjahr zu Bodenbearbeitung frei. Es Muss dann sofort bei frostfreiem und einigermaßen trockenem Wetter, das das Graben zulässt, umgegraben werden. Im Frühjahr lassen wie aber den Boden nicht grobschollig liegen, sondern zerkleinern unmittelbar beim Graben den Boden. Anschließend wird gleich geharkt, sodass die Fläche zur Bestellung fertig ist. Damit erhalten sie auch hier einen großen Teil des Wasservorrats, den das Land über Winter aufgenommen hat.

Für die Zweite und eine etwaige weitere Bestellung Muss der Boden in den meisten fällen spatentief bearbeitet werden, was durch Trockenheit mitunter erschwert wird. Es kann also nötig sein, die Beete sofort nach der Ernte der ersten Frucht tüchtig zu bewässern und erst danach zu graben und pflanzenfertig zu machen. Auf keinen Fall dürfen beim Graben Klumpen entstehen, solche lassen sich später oft schwer zerkleinern, und das Gedeihen der Pflanzen wird durch Klumpen ungünstig beeinflusst. Bei leichten Böden und bei guter Gare des Bodens nach der Ernte kann statt des Umgrabens auch der Boden mit dem Grubber gelockert werden, anschließend wird glatt geharkt.

Bodenbearbeitung im Herbst

Die Vorbereitung in das A und O für guten Ertrag. Sehr wichtig ist dabei auch die Schaffung der Herbsfurche. Man gräbt mit dem spaten den Boden möglichst tief um und lässt ihn in umgegraben liegen, dadurch kann die Winterfeuchtigkeit voll aufgenommen werden und außerdem kann der Boden durch den Einfluss des Frostes gekrümelt werden. Nach der Ernte im Herbst sollte man mit dem Graben beginnen, und bis Einbruch des Winters abschließen. Nur in Ausnahmefällen und auch dann nur bei relativ trockener Witterung kann die Herbstfurche in den Monaten Januar bis Februar geschaffen werden. Die richtige Durchführung der Herbstfurche spielt eine ganz wesentliche Rolle für das Wachstum der Pflanzen im nächsten Jahr. Auf schweren Böden ist sie geradezu unerlässlich.

Man versuche möglichst große zusammenhängende Stücke zu bearbeiten, wobei die Sommerwege, also die Wege zwischen den Beeten mit umzugraben sind. Sie werden im Frühjahr erneut abgetreten.

Um zu vermeiden, dass das Land immer in eine Richtung geworfen wird, wechselt man jährlich die Anfangsfurche. Dadurch ist auch zu erreichen, dass gewisse Bodenunebenheiten ausgeglichen werden können. Das Graben Muss dann an der tiefsten Stelle beginnen. Es ist möglich, den Untergrund dadurch etwas zu lockern, indem man die Furche etwas breiter hält und mit dem Grubenzinken die Sohle gelockert wird. Natürlich sind steine und Wurzelunkräuter beim Graben zu entfernen. Bei der Bodenbearbeitung wird nach Möglichkeit Stalldung mit eingegraben, jedoch nur flach, sodass er unter Zutritt der Luft verrotten kann. Zu tief eingebrachter Stalldung vertorft und kann dann das Gedeihen der nützlichen Kleinorganismen des Bodens nicht mehr fördern.

Etwa benötigter Kalk gräbt man am besten schon nach der letzten Ernte im Herbst flach unter, damit er sich gut mit dem Boden mischt. Für den Gärtner ist kohlensaurer Kalk am besten geeignet.  Asche sollte, wenn überhaupt der erde, nur über denn Komposthaufen zugeführt werden. Zum Graben ist ein mittlerer Feuchtigkeitsgehalt am günstigsten. Zu trockner Sandboden zerfällt ohne Schollenbildung, schwerer Boden hingegen ist bei geringem Wassergehalt kaum zu bearbeiten. Sobald der Boden schmiert und am Spaten kleben bleibt, ist er zu Nass.

Für bestimmte Kulturen oder bei Übernahme eines bisher ungenutzten Stück Landes kann das Rigolen notwendig werden. Meist erfolgt das Rigolen mit einer Tiefe von drei Spatenstichen. Das Rigolen sollte möglichst im Herbst durchgeführt werden. Ein nicht so aufwendiges Verfahren zum Lockern der Erde über die normale Krume Schicht hinaus ist das sogenannte Holländern. Durch das Holländern wird der Boden zwei Spatenstiche tief gegraben. Dazu ist es notwendig, zuerst einen spatentiefen Bodenaushub von 40 bis 60 cm Breite beiseitezusetzen. Nach dem der Untergrund freigelegt worden ist, wird normal umgegraben. Dabei stellt man sich seitlich zu der zu bearbeitenden Fläche, also im Winkel von 90 Grad gegenüber der üblichen Stellung beim Umgraben. Ist der Untergrund gelockert, so wird die Krume des nächsten Streifens normal gegraben, jedoch so auf den vorher gegrabenen Untergrund abgesetzt, dass ein neuer Untergrundstreifen zur Lockerung frei wird.

Die Herbstfurche soll über den Winter viel Feuchtigkeit aufnehmen und durchfrieren. Die Bearbeitung im Frühjahr zum Herrichten der Saat und Pflanzbeete soll möglichst die Winterfeuchtigkeit schonen.

Bodenvorbereitung

Unser Bestreben geht dahin, den Pflanzen in unserem Garten während der ganzen Vegetationsperiode optimale Bedingungen zu bieten. Diesem Ziel dient auch die Bodenbearbeitung. Durch die Bodenbearbeitung bewirken sie:

  1. Die Verbesserung der Durchlüftung
  2. Die Beschleunigung der Erwärmung
  3. Verbesserung der Wasserhaltefähigkeit und der Wasserführung.
  4. Beseitigung von Bodenverdichtungen
  5. Vermischung des Bodens mit Düngemittel
  6. Verbesserung der Nährstoffverfügung
  7. Förderung der Bodenlebewesen
  8. Bekämpfung von Unkraut
  9. Schaffung von Voraussetzungen für die Keimung auch feinkörniger Samen
Bodenvorbereitung

Bodenvorbereitung

Es sind also eine große Anzahl von Wirkungen, die ausgelöst werden. Das ist aber auch notwendig, denn im Garten ist ebenso, wie im Ackerbau kein natürlicher, dauernder Bewuchs vorhanden und man Muss manchen ungünstigen Einfluss mit einer richtigen Bodenbearbeitung ausgleichen. Vor allem gilt es, ständig die Ackerkrume zu vertiefen und den Pflanzenwurzeln zu größerer Ausbreitung zu verhelfen. Damit verbunden ist wiederum eine Ertragssteigerung.

Wichtig ist bei allem:

  • die Verwendung des richtigen Geräts
  • die richtige Art der Bodenbearbeitung
  • die Einhaltung des richtigen Zeitpunktes